Der Kfz-Anteil ist moderat rückläufig: von 56 Prozent auf 51 Prozent der Wege – ein erster Erfolg allerdings ist der Kfz-Verkehr weiterhin prägend
Bereits ab einer Entfernung von 2 Kilometern ist das Auto das bestimmende Verkehrsmittel der Saarbrücker Bevölkerung – insb. die Entfernungsklassen 2 bis 5 Kilometer und 5 bis 10 Kilometer bieten allerdings Umstiegspotenziale auf Alternativen (insbesondere Fahrrad, aber auch ÖPNV)
22 Prozent der Haushalte besitzen kein Auto (2010: 17 Prozent ) – im Umkehrschluss gibt es in 78 Prozent der Haushalte mindestens ein Auto (Pkw-Dichte: 670)
In 11 Prozent der Saarbrücker Haushalte ist mindestens ein Elektro-Auto vorhanden
Umsetzungsstand der Maßnahmen zum fließender Kfz-Verkehr* aus dem VEP 2030
Verlagerung von Verkehrsströmen: Durch die Anpassung der innerstädtischen Verkehrsführung und die Ausweisung von Tempo 30 haben sich Verkehrsmengen spürbar von innen nach außen verlagert
Deutlicher Rückgang auf der Luisenbrücke (minus 28 Prozent), Wilhelm-Heinrich-Brücke (minus 6 Prozent), Bismarckbrücke (minus 20 Prozent)
Überregionale Anbindung: durch A1, A6, A620 und A623 besteht sehr gute überregionale Erreichbarkeit
Innerstädtisches Straßennetz: das bestehende Straßennetz ermöglicht grundsätzlich auch innerstädtisch gute und schnelle Anbindungsoptionen
Innenstadtverkehrskonzept: vertiefende Machbarkeits-studie liegt vor & erste Teilprojekte wurden umgesetzt; weitere Umsetzungen sukzessive geplant
Konsequente Umsetzung von Tempo 30: Hotspotbereiche der Lärmaktionsplanung überwiegend temporeduziert; Innenstadt seit 2023 temporeduziert
Herausforderungen
Stadtautobahn: erzeugt hohe Verkehrsmengen und Lärm in sensiblen Bereichen; anstehende Bauarbeiten werden zu Verkehrs- und Erreichbarkeits-beeinträchtigungen führen
Orientierung wenig intuitiv: die Orientierung im Straßennetz ist teilweise herausfordernd; insbesondere für Ortsfremde
Komplexe Knotenpunkte: die großen, teils mehrspurigen Knoten und Kreisverkehre erfordern hohe Aufmerksamkeit und stellen Konfliktpunkte für den Fuß- und Radverkehr dar
Flächeninanspruchnahme: Straßenräume sind vielfach auf den Kfz-Verkehr zugeschnitten, wodurch Flächen für andere Nutzungen und Verkehrs-teilnehmende fehlen
Potenziale und Handlungserfordernisse
Ausweitung von Temporeduzierungen (neue StVO) in sensiblen Bereichen: zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, zur Entschleunigung des Verkehrs, zur Reduzierung von Emissionen (Lärm, Luftschadstoffe)
Potenziale zur Umnutzung von Kfz-Verkehrsflächen gezielt nutzen: Flächeninanspruchnahme des Kfz-Verkehrs – insbesondere in Bereichen mit Einzelhandels-, Gastronomie- und Aufenthaltsfunktion verringern
Konflikte im Verkehrsraum reduzieren: infrastrukturell und kommunikativ auf ein besseres Miteinander im Verkehr hinwirken
Komplexität reduzieren: Mehrspurigkeit und Erfordernis von Kfz-Anbindungen für bestimmte Bereiche prüfen (großes Potenzial – sehr große Herausforderung)
Rückläufige Verkehrsspitzen im Tagesverlauf nutzen: zur Anpassung von Ampelschaltungen und zur Reduzierung von Kfz-Verkehrsflächen, zum Ausbau von Mobilitätsalternativen
E-Mobilität fördern: Verstärkte Nutzung von E-Fahrzeugen durch öffentliche Ladeinfrastruktur (zum Beispiel Schnellladeparks) und Beratungsprogramme (privat und gewerblich) unterstützen
stadtverträgliche Erreichbarkeit sichern: Verkehrsbelastungen und Verkehrsführung an den stadträumlichen Kontext anpassen und dabei die Erreichbarkeit nachhaltig sichern
Lärmbelastungen im Straßenraum reduzieren: Durch angepasste Geschwindigkeiten, verkehrslenkende Maßnahmen und eine stadtverträgliche Gestaltung stark belasteter Straßen und Knotenpunkte die Lärmbelastung nachhaltig senken