Die Gesamtunfallzahlen sind rückläufig, stagnieren jedoch seit einigen Jahren auf hohem Niveau
Zwischen 2016 und 2024 ereigneten sich in Saarbrücken rund 69.000 Verkehrsunfälle, davon über 7.000 mit Personenschaden
Vulnerable Gruppen besonders betroffen: In den Jahren 2016– 2024 waren rund 1.700 Unfälle mit zu Fuß Gehenden und fast 2.000 Unfälle mit Radverkehrsbeteiligung zu verzeichnen
Elektrokleinstfahrzeuge im Unfallgeschehen: Infolge wachsender Nutzung ist ein deutlicher Anstieg der Unfälle zu verzeichnen
Schwerpunkte im Straßenraum: Verkehrsunfälle ereignen sich überwiegend innerorts, häufig an Knotenpunkten, Einmündungen, Kreuzungen und im Längsverkehr
Subjektive Sicherheit beeinflusst Mobilitätswahl: Laut Mobilitätsbefragung wirkt wahrgenommene Unsicherheit – insbesondere im Radverkehr – hemmend auf die Nutzung nachhaltiger Verkehrsmittel
Umsetzungsstand der Maßnahmen zur Verkehrssicherheit* aus dem VEP 2030
Wandel im Verständnis von Verkehrssicherheit: Während Verkehrssicherheit früher vor allem reaktiv über Unfallauswertungen und Einzelmaßnahmen betrachtet wurde, rückt heute eine ganzheitlichere Perspektive mit Fokus auf Alltagssicherheit, subjektives Sicherheitsempfinden und besonders schutzbedürftige Gruppen in den Vordergrund
Neue Verkehrsmittel als neue Herausforderung: Mit der zunehmenden Verbreitung von Elektrokleinstfahrzeugen ist Verkehrssicherheit um neue Konflikt- und Risikokonstel-lationen im Straßenraum erweitert worden
Erweiterung des Sicherheitsbegriffs: Der Fokus hat sich von der reinen Reduktion von Unfallzahlen hin zu einer umfassenderen Betrachtung von Unfallfolgen, Vulnerabilität und räumlichen Sicherheitsdefiziten verlagert.
Von Einzelinitiativen zur strukturierten Schulwegsicherung: Während Schulweg-sicherung bis zum VEP 2030 überwiegend auf Eigeninitiative einzelner Schulen und Eltern beruhte, wurden seit 2017 an über 20 Schulstandorten systematisch Maßnahmen umgesetzt und weitere Standorte verbindlich eingeplant.
Entwicklung der Unfälle mit Personenschaden nach Verletzungsgrad: Insgesamt zeigt die Entwicklung eine leichte Verbesserung. Die Schwankungen bei den Getöteten und Schwerverletzten deuten jedoch darauf hin, dass hier keine klare Trendwende erkennbar ist.
Weitreichende Einführung von Tempo 30: Tempo-30-Regelungen im Stadtgebiet bereits weit verbreitet
Zunehmendes Bewusstsein für Verkehrssicherheit: Verkehrssicherheit ist als dauerhaftes Handlungsfeld anerkannt und wird regelmäßig evaluiert
Schulwegplanung: Schulwegplanung kombiniert Mobilitätsbildung, Kommunikation, planerische Grundlagen und konkrete Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der Schulweg-sicherheit; gleichzeitig besteht weiterer Bedarf zum Nachschärfen
Verstärkte Präsenz im Straßenraum: Verkehrs- und Geschwindigkeitskontrollen erhöhen die Wahrnehmbarkeit von Verkehrssicherheit und wirken sensibilisierend
Herausforderungen
Unübersichtliche Knotenpunkte und Streckenabschnitte mit hohen Konfliktraten: Kreuzungen, Einmündungen und komplexe Verkehrssituationen stellen zentrale Unfallorte dar
Unklare Verkehrsführung im Mischverkehr: zu Fuß Gehende, Rad-und E-Scooterfahrende, aber auf Kfz- Fahrende nutzen häufig denselben Raum, ohne dass Führungslogik, Regeln und Erwartungshaltungen eindeutig erkennbar sind
Fehlende umfassende, akteursübergreifende Verkehrssicherheitsstrategie: Zuständigkeiten und Maßnahmen sind bisher nicht systematisch vernetzt und koordiniert
Begrenzte Wirksamkeit verkehrsrechtlicher Regelungen: Geschwindigkeitsvorgaben und Verkehrsregeln werden nicht durchgängig eingehalten
Verkehrssicherheitsarbeit strategisch bündeln: Entwicklung einer umfassenden, präventiven und akteursübergreifenden Verkehrs-sicherheitsstrategie.
Prävention stärker gewichten: Unfallkommission und Verwaltung stärker auf frühzeitige Risikoerkennung und präventive Maßnahmen ausrichten.
Knotenpunkte konsequent entschärfen: Unübersichtliche Kreuzungen neu ordnen und konfliktarme Führungsformen umsetzen.
Verkehrsräume situationsgerecht gestalten: Verkehrsführung an Nutzung, Geschwindigkeit und Verkehrsaufkommen anpassen – mit klarer Gestaltung, eindeutigen Regeln und verständlicher Führung im Misch- oder Trennverkehr.
Geschwindigkeitsreduktion gezielt erweitern und verknüpfen: Geschwindigkeitsreduktion auf Grundlage von Unfall-, Lärm- und Aufenthaltsdaten weiterentwickeln und stärker mit Schulweg-sicherung, Querungshilfen und Straßenraumgestaltung verknüpfen.
Subjektive Verkehrssicherheit gezielt stärken: Durch bessere Beleuchtung, übersichtliche Gestaltung und durchgängige Führungen das Sicherheitsempfinden im Alltag nachhaltig verbessern