Handlungsfeld Ruhender Kfz-Verkehr

Analyse zum Handlungsfeld Ruhender Kfz-Verkehr

Zahlen, Daten, Fakten

  • Circa 15.500 innerstädtische Parkmöglichkeiten (8.500 in Parkbauten und 7.000 im öffentlichen Straßenraum)
  • Straßenraum: Die durchschnittliche Auslastung in Bewohnerparkzonen ist insgesamt leicht rückläufig
  • Parkbauten: Im Zeitraum von 12 bis 13 Uhr sind in Summe nur 50 Prozent der Parkmöglichkeiten in den Parkhäusern belegt (im Durchschnitt zwischen 7 bis 21 Uhr sogar nur 35 Prozent)
  • Zwischen den Parkbauten bestehen aufgrund von Lage und Qualität Auslastungsunterschiede

Umsetzungsstand der Maßnahmen zum ruhender Kfz-Verkehr* aus dem VEP 2030

Handlungsfeld Ruhender Kfz-Verkehr

Parken_Umsetzungsstand - LHS

Parken_Umsetzungsstand - LHS

Parken_Umsetzungsstand - LHS

Wo kommen wir her – wo stehen wir heute?

Parkbauten in der Innenstadt:

Zahlreiche freie Kapazitäten in den innerstädtischen Parkbauten; im Zeitraum zwischen 12 bis 13 Uhr sind in Summe nur circa 50 Prozent* der Parkmöglichkeiten belegt

*P11 Congresshalle ist hierbei bereits rausgerechnet, da zum Erhebungszeitpunkt nicht alle Stellplätze nutzbar waren

Stärken und Herausforderungen in Saarbrücken

Stärken

  • Innerstädtische Parkbauten: Viele und gut verteilte Parkmöglichkeiten mit erheblichen freien Kapazitäten
  • Stellplatzpotenziale: Große Parkplatzflächen von Institutionen und Ministerien vorhanden, die potenziell für zusätzliche Zwecke genutzt werden könnten
  • Umfassende Bewirtschaftung: In der Innenstadt sind weite Teile des öffentlichen Raums zeitlich oder monetär bewirtschaftet und Bewohnende in diesen Bereichen privilegiert

  • Veränderte Voraussetzung: Einige der innerstädtischen Parkbauten sind seit Neustem wieder in kommunaler Hand; hier ergeben sich neue Steuerungsoptionen

    Herausforderungen

  • Innerstädtische Verkehre: Parkmöglichkeiten ziehen Verkehre in sensible Bereiche; dort ist aufgrund verkehrlicher Komplexität gute Lenkungswirkung erforderlich

  • Mehrfachnutzung ermöglichen: Es braucht Ideen und Umsetzungswillen zur Aktivierung und Nutzung der Potenziale

  • Gebührenhöhe und Lenkungswirkung: Im Vergleich zu Preisen im ÖPNV sowie Gebühren in Parkbauten sind die Parkgebühren im öffent-lichen Raum gering

  • Flächeninanspruchnahme und resultierende Konflikte: Im gesamten Stadtgebiet zeigt sich, dass das Parken enorme Flächen bindet und dadurch Konflikte hervorruft

Potenziale und Handlungserfordernisse

  • Parkraum ordnen: Flächen für den ruhenden Verkehr gesamtstädtisch ordnen; Bewohnerparken gezielt als Steuerungsinstrument einsetzen; Fokus auf konfliktbehafteten Bereichen
  • Parkraumbewirtschaftung prüfen und ggf. anpassen: Parken im öffentlichen Raum sollte teurer sein als in Parkbauten oder die Fahrt im ÖPNV; Gebührenverhältnisse dahingehend aktualisieren
  • Konflikte im Verkehrsraum reduzieren: Ruhender Verkehr ist häufig Auslöser von Flächenkonflikten (zum Beispiel zugeparkte Gehwege, Querungen, Haltestellen); eine stärkere Durchsetzung bestehender Regeln sowie Kommunikationsarbeit ist zentral
  • Nachfrage in die Parkbauten verlagern: frei werdende Potenziale im öffentlichen Straßenraum für Umgestaltungen nutzen – auch für Klimaanpassung
  • Mehrfachnutzung etablieren: Weiterführende Nutzung von vorhandenen und nur teilweise genutzten Stellplatzkapazitäten ermöglichen (zum Beispiel institutionelle Parkmöglichkeiten)
  • Nutzung neuer Steuerungsoptionen und Qualifizierung von innerstädtischen Parkbauten: Durch Gebührenanpassungen und Attraktivierung Parkraumnachfrage in die Parkbauten lenken
  • Kommunikation zum ruhenden Verkehr stärken: Aufbau einer strategischen, von Politik, Stadtverwaltung und weiteren Stakeholdern getragenen Kommunikation zum ruhenden Verkehr
  • Unzureichende Kontrolle des ruhenden Verkehrs: Verstöße beeinträchtigen Sicherheit, Zugänglichkeit und Akzeptanz der Parkraumbewirtschaftung.