Handlungsfeld Inter- und Multimodalität

Analyse zum Handlungsfeld Inter- und Multimodalität

​Zahlen, Daten, Fakten

  • Von allen berichteten Wegen wurden 10 Prozent der Wege intermodal (also mit mehr als einem Verkehrsmittel) zurückgelegt.
  • In der Auswertung der Mobilitätstypen nach Altersklassen zeigen sich Unterschiede und Entwicklungen durch die verschiedenen Lebensabschnitte – bei den Personen ab 30 Jahren sind nur rund 40 Prozent multimodal unterwegs.

Umsetzungsstand der Maßnahmen zur Inter- & Multimodalität* aus dem VEP 2030

Handlungsfeld Inter- und Multimodalität

Multimodal_Umsetzungsstand - LHS

Multimodal_Umsetzungsstand - LHS

Multimodal_Umsetzungsstand - LHS

Wo kommen wir her – wo stehen wir heute?

  • Weiterentwicklung von Bikesharing-Modellen: Free-Floating-Bikesharing mit Pedelecs ermöglicht eine flexible Nutzung und erleichtert spontane multimodale Wege
  • E-Scooter als Ergänzung für die letzte Meile: E-Scooter-Angebote ergänzen heute den Umweltverbund und ermöglichen flexible Lösungen für die letzte Meile, insbesondere zwischen Haltestellen und Zielorten
  • Ausbau sicherer Fahrradinfrastruktur an Verknüpfungspunkten: Fahrradboxen an Bahnhöfen ermöglichen ein geschütztes und längerfristiges Abstellen von Fahrrädern und erleichtern die Verknüpfung von Rad- und Schienenverkehr
  • Carsharing als ergänzendes Mobilitätsangebot: Carsharing-Standorte ergänzen das Mobilitätsangebot, ermöglichen den Verzicht auf ein eigenes Auto und erlauben eine flexible Pkw-Nutzung als Bestandteil intermodaler Wegeketten – insbesondere für Wege, die mit Bus, Bahn oder Rad nicht vollständig abgedeckt sind
     

Stärken und Herausforderungen in Saarbrücken

Stärken

  • Bike & Ride Standorte: Bike & Ride Angebote wurden an mehreren Bahnhöfen ausgebaut und weiterentwickelt, unter anderem in Scheidt, Dudweiler, Brebach und Bübingen; weitere Standorte sind vorgesehen
  • Park & Ride Angebote: Park & Ride Angebot am Bahnhof Brebach deutlich erweitert, verbesserte Verknüpfung zwischen MIV und ÖPNV möglich
  • Fahrradmitnahme im ÖPNV: Kostenlose Mitnahme im ÖPNV ab 9 Uhr zur Kombination von Rad- und ÖPNV-Nutzung; hohe Auslastung der Mehrzweck-flächen erschweren dies jedoch
  • Sharing-Angebote: Fahrradverleihsystem (mit Pedelecs) an 8 Stationen; 10 Car-Sharing Stationen vorhanden – bislang jedoch Konzentration auf Innenstadt

Herausforderungen

  • Fehlende Alltagstauglichkeit inter- und multimodaler Wegeketten: Trotz vorhandener Angebote sind Umstiege häufig zeitaufwendig, unkomfortabel oder unzuverlässig und werden daher im Alltag seltener genutzt
  • Fehlende oder qualitativ unzureichende Radabstellanlagen an Haltestellen erschweren den Umstieg zwischen Bus, Bahn und Rad
  • Fragmentierte digitale Integration: Echtzeitinformationen, Buchungssysteme und Mobilitätsinformationen bislang nicht durchgängig über alle Verkehrsmittel hinweg integriert
  • Barrierefreiheit: Unzureichende Fußwege und mangelnde Barrierefreiheit im Umfeld von Haltestellen erschweren Zugänglichkeit des ÖPNV

Potenziale und Handlungserfordernisse

  • Multimodale Nutzung gezielt stärken: Der vorhandene Anteil multimodaler Wege sowie die grundsätzliche Offenheit gegenüber verschiedenen Mobilitätsangeboten zeigen ein hohes Potenzial, Mobilitätsketten aktiver zu fördern und zu normalisieren.
  • Angebote an Lebensphasen ausrichten: Unterschiedliche Mobilitätstypen je Altersklasse machen deutlich, dass inter- und multimodale Angebote stärker an Lebenssituationen angepasst werden müssen – insbesondere für Altersgruppen ab 30 Jahren.
  • Verknüpfungspunkte strategisch weiterentwickeln: Park & Ride-, Bike & Ride, Sharing-Standorte und Mobilitäts-Hubs gezielt an geeigneten Knotenpunkten ausbauen, qualitativ aufwerten und stärker bewerben, um insbesondere Pendlerverkehre – auch im regionalen Kontext – stärker auf den ÖPNV zu verlagern.
  • Tangentiale Verbindungen im ÖPNV stärken: Zur Verkürzung von Wegeketten und zur Entlastung der Innenstadt sind stärkere quartiersübergreifende und tangentiale Verbindungen im öffentlichen Verkehr oder alternative Mobilitätsangebote erforderlich.
  • Brüche in intermodalen Wegeketten: Verspätungen, verpasste Anschlüsse und mangelnde Abstimmung zwischen Verkehrsmitteln machen Umstiege im Alltag häufig umständlich und unzuverlässig.
  • Radabstellanlagen systematisch ergänzen: Hochwertige, sichere und gut sichtbare Fahrradabstellanlagen an Haltestellen als zentrale Voraussetzung funktionierender intermodaler Mobilität ausbauen – unter anderem durch geplante größere Anlagen wie den Fahrradparkturm am Hauptbahnhof.
  • Digitale Integration vorantreiben: Echtzeitinformationen, Buchung und Zugang zu Mobilitätsangeboten sollten verkehrsmittelübergreifend gebündelt werden, um multimodale Nutzung zu vereinfachen und Hemmschwellen abzubauen.
  • Erreichbarkeit und Barrierefreiheit verbessern: Gut ausgebaute, sichere und barrierefreie Fußwege im Umfeld von Haltestellen sind Grundvoraussetzung für intermodale Mobilität und müssen stärker berücksichtigt werden.
  • Intermodalität sichtbarer machen: Inter- und multimodale Angebote kommunizieren und im Stadtraum sichtbar machen, um deren Alltagstauglichkeit und Nutzen stärker im Bewusstsein zu verankern.