Handlungsfeld Fußverkehr und Barrierefreiheit

Analyse zum Handlungsfeld Fußverkehr und Barrierefreiheit

Zahlen, Daten, Fakten

Handlungsfeld Fußverkehr und Barrierefreiheit

Fußverkehr_Zahlen-Daten-Fakten - LHS

Fußverkehr_Zahlen-Daten-Fakten - LHS

Fußverkehr_Zahlen-Daten-Fakten - LHS

  • Jede zweite Person geht (fast) täglich zu Fuß, weitere 22 Prozent sind an 1 bis 3 Tagen pro Wochen als zu Fuß Gehende unterwegs.
  • Zu Fuß zur Schule: Rund ein Viertel (24 Prozent ) der Schulwege sind bis zu 2 Kilometer lang, für ein weiteres Viertel (25 Prozent ) der Schüler und Schülerinnen beträgt der tägliche Schulweg 2 bis 5 Kilometer. Bis zu einem Alter von 9 Jahren werden rund zwei Drittel der Wege zur Grundschule von den Schüler und Schülerinnen zu Fuß gegangen (69 Prozent ).
  • Fußverkehr am besten bewertet: Mit einer Durchschnittsnote von 2,4 schneidet der Fußverkehr besser ab als die übrigen Verkehrsmittel.
Handlungsfeld Fußverkehr und Barrierefreiheit

Fußverkehr_Umsetzungsstand - LHS

Fußverkehr_Umsetzungsstand - LHS

ÖPNV_Umsetzungsstand - LHS

Umsetzungsstand der Maßnahmen zum Fußverkehr* aus dem VEP 2030

Wo kommen wir her – wo stehen wir heute?

  • Konflikt Ruhender Verkehr: Zu schmale Gehwege und teilweise zugeparkte Flächen zeigen, dass der Kfz-Verkehr im öffentlichen Raum häufig Vorrang vor dem Fußverkehr hat
  • Sicheres Queren: Als Daueraufgabe etabliert; erfolgt sukzessive im Rahmen von Neubau- und Instandhaltungsmaßnahmen
  • Barrierefreies Queren: Differenzierte Bordhöhen etabliert, jedoch durch unebene Beläge und zugeparkte Absenkungen teilweise in ihrer Wirkung eingeschränkt
  • Subjektive Sicherheit: Vermeidung von Angsträumen (u. a. durch Umsetzung Masterplan Licht)
  • Freie Wege: Verlagerung von Hindernissen (wie Poller und Radabstell-anlagen) in den Straßenraum
  • Erweiterung der Fußgängerzone St. Johanner Markt: Mehr Raum für Fußgänger und Fußgängerinnen und höhere Aufenthaltsqualität im Altstadtkern
  • Wegweisung und Beschilderung: bieten Ortsfremden Orientierung (Erneuerung in der Innenstadt 2025 erfolgt)

Stärken und Herausforderungen in Saarbrücken

Stärken

  • Sicheres zu Fuß gehen: Umgestaltete Straßenräume und erste Geschwindigkeits-reduzierungen an Hauptverkehrsstraßen
  • Aufenthaltsqualität: Plätze und straßenunabhängige Wegeverbindungen bieten hohe Qualitäten insbesondere im Zentrum und an/entlang der Saar
  • Kompakte Innenstadt: gute fußläufige Erreichbarkeiten (Alt- Saarbrücken, St. Johann, Nauwieser Viertel, Bahnhof)
  • Die Analyse erfasst den Anteil der Bevölkerung, der ausgewählte Alltagsziele innerhalb von 1.000 metern Entfernung (circa 15 Gehminuten) erreichen kann. Die Alltagsziele werden in den vier Kategorien Bildung (Schulen, Kitas), Gesundheit (Hausärzte, Zahnärzte, Apotheken), Einkauf (Supermärkte, Drogerien) sowie Freizeit (Parks, Sportplätze) eingeteilt.
Handlungsfeld Fußverkehr und Barrierefreiheit

Fußverkehr_Erreichbarkeit - LHS

Fußverkehr_Erreichbarkeit - LHS

Fußverkehr_Erreichbarkeit - LHS

Herausforderungen

  • Nutzungskonflikte im Straßenraum: Zu schmale oder zugeparkte Gehwege, wenig Begrünung und geringe Aufenthaltsqualität in autoorientierten Wohnstraßen führen zu Konflikten mit ruhendem Kfz-Verkehr, Rad- und E-Scooter-Verkehr
  • Dominierender Kfz-Verkehr: Hohe Verkehrsbelastungen, schmale Gehwege und fehlende sichere Querungen an Hauptverkehrsstraßen (z. B. Dudweiler Straße) zeigen den Bedarf, Straßen bei Umgestaltungen stärker fußgänger- und stadträumlich gerecht zu bemessen

Potenziale und Handlungserfordernisse

  • Verkehrssicherheit erhöhen: Ausbau von Querungsmöglichkeiten im gesamten Stadtgebiet, Wartezeiten verkürzen, Reduzierung der Kfz-Geschwindigkeiten in sensiblen Bereichen (auch auf Hauptverkehrsstraßen), Schulmobilität gesondert in den Blick nehmen.
  • Nutzungskonflikte abbauen: Dem Fußverkehr mehr als die „Restflächen“ zusprechen – Gehwege konsequent von Hindernissen freihalten (Gehwegparken, Aufsteller, Mülltonnen, Parkscheinautomaten, Radabstellanlagen, …).
  • Barrierefreiheit verbessern: Bordsteine an Querungsstellen flächendeckend absenken, Oberflächen fußgängerfreundlich sanieren und Querungshilfen barrierefrei (aus-)bauen, taktile Leitelemente einbauen.
  • Fußverkehr in den äußeren Stadtteilen stärken: Sichere und barrierefreie Mobilität durch hindernisfreie und ausreichend breite Wege schaffen. Bei Flächenknappheit Abwägungs-prozesse etablieren und Alternativen schaffen (z. B. Shared Space oder Geschwindigkeitsreduzierung).
  • Aufenthaltsqualität weiter verbessern: Wichtige Fußwegeachsen beleuchten, Angsträume vermeiden, Sitzmöglichkeiten ausbauen und mehr Stadtgrün schaffen – u. a. im Rahmen geplanter Umgestaltungen zentraler Straßen, Plätze und Quartiere.
  • Klimaresilienz erhöhen: Entsiegelte Flächen, offene Wasserflächen, grün-blaue Achsen als Kaltluftschneisen, beschattete Aufenthaltsmöglichkeiten, ...
  • Fußwegenetze konsequent weiterentwickeln: Fußverkehr nicht punktuell, sondern als durchgängiges, barrierefreies Netz denken und gestalten.